Inhalt
Dekorativ

Offene Dialogveranstaltung „Wie betrieblicher Hitzeschutz Gesundheit schützt und Produktivität sichert“

Herausforderung Hitze – das Centre for Planetary Health Policy lud in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales am 8. Juni 2026 zu einer Online-Veranstaltung im Rahmen des bundesweiten Hitzeaktionstags ein. Im Fokus standen die Kernerkenntnisse aus dem neuen Prognos-Gutachten „Klimabedingte Risiken für die Arbeitswelt“, praxisgerechte Umsetzungsmöglichkeiten für Hitzeschutz im Betrieb mit der „Handlungshilfe für Hitzeschutzpläne“ sowie Einblicke in eine Krisenübung zum Hitzeschutz im Gesundheitssektor.

Der Sommer steht in den Startlöchern und lässt uns alle die Notwendigkeit systematischen Hitzeschutzes am Arbeitsplatz erneut spüren. Im Rahmen des bundesweiten Hitzeaktionstags am 11. Juni machten zahlreiche Akteure auf die vielfältigen Auswirkungen und Gefährdungen durch sommerliche Hitze aufmerksam und zeigten Lösungsmöglichkeiten auf.

In diesem Rahmen lud der ASUG-Projektpartner Centre for Planetary Health Policy (CPHP) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bereits einige Tage vor dem Hitzeaktionstag zu einer Online-Veranstaltung ein, die Herausforderungen und Lösungswege im betrieblichen Hitzeschutz in den Fokus rückte: „Wie betrieblicher Hitzeschutz Gesundheit schützt und Produktivität sichert“.

Aufzeichnung der Veranstaltung

Die gesamte Veranstaltung steht als Aufzeichnung auf der Webseite des CPHP zur Verfügung. 

Zur Aufzeichnung

Moderiert wurde die Veranstaltung von Dorothea Baltruks (Leiterin des CPHP). Zum Einstieg führte sie ein Gespräch mit Verena Kantrowitsch (Referentin im BMAS), welche die Bedeutung klimabedingter Veränderungen für einen zeitgemäßen Arbeitsschutz einordnete und dabei auf den aktuellen Abschlussbericht der Politikwerkstatt „Klima wandelt Arbeit“ hinwies, in der Hitze ein Fokusthema darstellt. 

Zum Abschlussbericht

Gerade bei Neuerungen sei der Arbeitsschutz immer auch ein psychologischer Hebel. Denn Menschen halten an Gewohnheiten fest, weshalb sich neue Verhaltensweisen oft nur schwer durchsetzen. Wird Hitzeschutz aber systematisch im Arbeitsschutz verankert – eingebettet in vertraute betriebliche Abläufe und etablierte Instrumente – stärkt man neue Gewohnheiten. Ein systematischer Plan hat neben den praktischen Vorteilen daher auch psychologische. Überzeugend sei zudem, wenn für den Hitzeschutz unterschiedliche Argumente eingebracht werden, zum Beispiel auch der ökonomische Nutzen. 

Dies leitete über zu Lukas Sander vom Forschungsinstitut Prognos. Er stellte die Erkenntnisse des im Auftrag des BMAS angefertigten Gutachtens „Klimabedingte Risiken für die Arbeitswelt“ vor und zeigte: Hitzeschutz am Arbeitsplatz ist nicht nur eine Frage der Sicherheit und Gesundheit, sondern auch der Wirtschaft. Belastungen durch Hitze spielen schon heute eine enorme volkswirtschaftliche Rolle: Jeder Hitzetag verursacht aktuell bereits 430 Millionen Euro zusätzliche Kosten für die deutsche Wirtschaft. Etwa 97 Prozent davon entfallen auf Produktivitätsverluste. Das Forschungsinstitut errechnete anhand von Daten zur Entwicklung des Klimas, dass sich die jährlichen volkswirtschaftlichen Schäden zwischen 2031 und 2060 auf im Schnitt neun Milliarden Euro erhöhen werden, wenn keine ausreichenden Maßnahmen zum Hitzeschutz ergriffen werden. 

Zum Gutachten

Effektive Hitzeschutzmaßnahmen rechnen sich also für Beschäftigte und Unternehmen. Wie entsprechende Maßnahmen wirksam geplant und umgesetzt werden können, stellte Miriam Meschede (CPHP/KLUG e. V.) vor. Sie präsentierte die branchenübergreifende Handlungshilfe für betriebliche Hitzeschutzpläne. Sie wurde im Rahmen des vom BMAS geförderten Projekts ASUG-Klima erarbeitet und erprobt. Mit ihr können Unternehmen in sechs Schritten auf ihre Situation angepasste und wirksame Hitzeschutzpläne erarbeiten, umsetzen und weiterentwickeln. 

Zur Handlungshilfe

Der diesjährige Hitzeaktionstag stand unter dem Schwerpunktthema „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“. Dr. Matthias Albrecht (Geschäftsführer KLUG e. V.) gab Praxiseinblicke in den Hitzeschutz im Gesundheitssektor. Er sprach über seine Erfahrungen aus einer Katastrophenübung für den Fall anhaltender Hitze und Dürre mit der Charité Berlin. Dabei schilderte er, vor welchen Herausforderungen Krankenhäuser und andere systemrelevante Gesundheitseinrichtungen beim Hitzeschutz stehen. 

In einer abschließenden Diskussion beantworteten die Vortragenden Fragen aus dem Publikum. Dabei betonten sie, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Nutzung vielfältiger Kommunikationskanäle und konkrete Maßnahmenoptionen wichtige Hebel sind, um Betriebe für Hitzegefährdungen zu sensibilisieren und bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen wirksam zu unterstützen.

Weitere Artikel

  • Klimawandel
    Aktivitäten
    Erfolgsfaktor betriebliche Klimaresilienz: Sicher und gesund in die Zukunft
    Zum Artikel
  • Klimawandel
    Aktivitäten
    Hitze verstehen: Definition, Risiken und Arbeitsschutz
    Zum Artikel
  • Klimawandel
    Aktivitäten
    Handlungshilfe für Hitzeschutzpläne im Betrieb
    Zum Artikel