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Vorstellung Projektpartner: Progressives Zentrum

Die Situation von Basisarbeitenden verbessern: Dieses Ziel verfolgte das Progressive Zentrum im Forschungsprojekt „Basisarbeit in der Transformationsgesellschaft“. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) förderte das Studienvorhaben im Rahmen von ARBEIT: SICHER + GESUND (ASUG) in der vergangenen Förderperiode. Von Gesprächen mit Beschäftigten bis zur politischen Diskussion ging das Projekt der Frage nach: Wie gestalten wir eine gerechte Zukunft von Basisarbeitenden?

Während der Pandemie hat die Debatte rund um systemrelevante Arbeit die Frage, wie gute und menschenwürdige Basisarbeit gestaltet werden kann, wieder ins Zentrum gerückt. Sichtbar wurde: Insbesondere Basisarbeitende sorgen dafür, dass unser gesellschaftliches Leben funktioniert. Trotzdem befinden sich die Beschäftigten oft in prekären Arbeitsverhältnissen, erhalten niedrige Löhne oder sind starken körperlichen Belastungen ausgesetzt. Das Studien- und Dialogprojekt „Basisarbeit in der Transformationsgesellschaft“ des Progressiven Zentrums (DPZ) hat die Arbeitsverhältnisse  und -bedingungen der Beschäftigungsgruppe in den Blick genommen.

Die Kernfragen: Mit welchen Herausforderungen sehen sich Basisarbeitende im Arbeitsalltag konfrontiert? Wie kann ihre gesellschaftliche Teilhabe gestärkt werden? Und welche Erwartungen haben Basisarbeiterinnen und Basisarbeiter an Politik und Gesellschaft?

Im Rahmen des Programms ARBEIT: SICHER + GESUND (ASUG) förderte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) das Projekt in der Förderperiode 2023 bis 2026.

Über das Progressive Zentrum: Think Tank für gesellschaftlichen Fortschritt

Seit 2007 setzt das Progressive Zentrum mit Studien, Publikationen und Veranstaltungen Impulse für den gesellschaftlichen Fortschritt. Darunter versteht der unabhängige und gemeinnützige Think Tank aus Berlin eine Gesellschaft, die allen Menschen gleiche und gute Lebenschancen ermöglicht. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie in Zeiten der Klimakrise ein gerechter Arbeitsmarkt geschaffen, Wohlstand gesichert und soziale sowie wirtschaftliche Ungleichheiten reduziert werden können. Die fachliche Expertise des Teams liegt in den Bereichen Forschung, Beratung, Strategieentwicklung und Netzwerkarbeit.

Als Netzwerkorganisation arbeitet das Progressive Zentrum mit Partnern im In- und Ausland aus unterschiedlichen Sektoren wie Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Medien. Das Ziel: Lösungen entwickeln, damit eine gerechte Transformation gelingt.

Basisarbeitende wirken selbst aktiv mit

Im Zentrum des Vorhabens „Basisarbeit in der Transformationsgesellschaft“ stand der Anspruch, die Schnittstelle zwischen Basisarbeit und Transformation gemeinsam mit Basisarbeitenden zu diskutieren. Die Beschäftigten sollten selbst aktiv mitwirken und das Projekt gestalten. Ziel war es, in einem offenen Prozess innovative und praxisrelevante politische Lösungsansätze für eine menschengerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen zu entwickeln. Dazu gehört auch, Basisarbeit materiell und immateriell aufzuwerten sowie neue Möglichkeiten der Teilhabe und Selbstbestimmung zu schaffen – am Arbeitsplatz und in der Transformationsgesellschaft.

Das Vorhaben gliedert sich in drei übergeordnete Projektelemente:

  1. Basisarbeiter*innen zuhören,
  2. ihre Anliegen zusammentragen, bewerten und mit Blick auf den Arbeitsschutz priorisieren und in politische Handlungsempfehlungen übersetzen sowie
  3. öffentliche Aufmerksamkeit für ihre Forderungen schaffen.

Zur fachlichen Beratung und Evaluation begleitete ein wissenschaftliches Gremium das Projekt. Dieses wirkte vor allem in der Ausarbeitung, Durchführung und Auswertung der Studie mit und trug zur Verbreitung der Ergebnisse bei. Zusätzlich unterstützten fünf Basisarbeitende als Projektpat*innen das Vorhaben über alle Phasen hinweg. So konnten die Forschenden die Perspektiven von Basisarbeitenden bereits bei der Entwicklung der Erhebungsinstrumente mit einbeziehen.

Eines unserer Kernanliegen ist es, jene Stimmen in den politischen Diskurs zu tragen, die häufig ungehört bleiben. Im Dialog mit Basisarbeiter*innen entwickeln wir politische Empfehlungen, die zu einer konkreten Aufwertung des Arbeitsalltages beitragen sowie die Selbstwirksamkeit der Beschäftigten stärken.


Das Progressive Zentrum

Basisarbeitenden Gehör schenken

In der ersten Phase führte das Projektteam in Zusammenarbeit mit einem externen Sozialforschungsinstitut Fokusgruppen mit Basisarbeitenden durch, um einen fundierten Blick auf die Arbeitssituation der Menschen zu erhalten. 

Beschäftigte aus fünf Sektoren, in denen Basisarbeit besonders relevant ist, beantworteten Fragen zu persönlichen Erfahrungen im Arbeitsalltag. Außerdem schilderten die Befragten ihre Erwartungen an die Zukunft der Arbeit im digitalen und dekarbonisierten Wandel, an soziale Sicherung, Arbeitsbedingungen, gesundheitliche Situation, Qualifizierung und Weiterbildung sowie Arbeitszeitpolitik. 

In einem zweiten Schritt wurden die Erkenntnisse durch eine quantitative Umfrage von etwa zweitausend Befragten auf Bundesebene ergänzt.

Die Studienergebnisse sind in der Publikation „Die Unverzichtbaren: Menschen in der Basisarbeit“ festgehalten.

Kurz-Dokumentarfilm über die Erfahrungen von Basisarbeiten

Der mehrfach ausgezeichnete Filmregisseur Florian Hoffmann produzierte im Auftrag des Projekts den Kurz-Dokumentarfilm „Die Unverzichtbaren: Arbeiten an der Basis“. Reinigungsarbeiter Güven Ciftci, DHL-Paketzusteller Khaleel Al Bodach und Pflegehilfskraft Cynthia Würpel erzählen von ihrem oft unsichtbaren Arbeitsalltag. Vom ersten Weckerklingeln um halb vier morgens bis zum Heimkommen am Abend erzählt der Film eindrücklich von körperlicher Belastung und den täglichen Routinen drei Basisarbeitender.

In dem Kurz-Dokumentarfilm „Die Unverzichtbaren: Arbeiten an der Basis“ teilen drei Basisarbeitende Erfahrungen aus ihrem Arbeitsalltag.

Der „Denkraum Basisarbeit“

Die Ableitung politischer Handlungsempfehlungen aus der Studie erfolgte im „Denkraum Basisarbeit“. In diesem ergebnisoffenen Dialogprozess mit arbeitsmarktpolitischen Expert*innen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, den Sozialpartnern und Praktiker*innen aus Unternehmen arbeiteten die Teilnehmenden im Zeitraum von Dezember 2025 bis Februar 2026 an Zielen und Empfehlungen zur materiellen und immateriellen Aufwertung von Basisarbeit. Die Ergebnisse des Denkraum Basisarbeit wurden in einem Policy Paper zusammengefasst.

Policy Paper „Arbeit und Demokratie an der Basis“

Ergebnis des Denkraums Basisarbeit ist das Policy Paper „Arbeit und Demokratie an der Basis“. Es enthält fünf Zielbilder für gute Basisarbeit und 24 umfassende Handlungsempfehlungen für die Politik, Sozialpartner und Betriebe.

Zum Policy Paper

Mit seinem partizipativen Aufbau knüpft das Forschungsprojekt an die Vorhaben von ARBEIT: SICHER + GESUND an.


Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Das Vorhaben wurde durch eine multimediale Kommunikationsstrategie begleitet.

Mehr Informationen zum Projekt und seinen Ergebnissen finden Sie auf der Webseite des Progressiven Zentrums.

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