Tagesreinigung bedeutet für viele Beschäftigte und Nutzende eine Umstellung; sei es in der Vorbereitung von Abläufen oder im Arbeitsalltag. Damit sie möglichst reibungslos gelingt, ist eine offene, verständliche und frühzeitige Kommunikation entscheidend.
Die richtige Vorbereitung

Schritt 1: Akzeptanz schaffen
Vorteile erkennen
Eine klare und frühzeitige Kommunikation ist entscheidend, um Verständnis, Akzeptanz und einen reibungslosen Ablauf bei der Einführung der Tagesreinigung sicherzustellen. Sie sollte deshalb auf gute Gründe für die Umstellung eingehen.
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Vorteile für öffentliche Auftraggeber
Vorteile für öffentliche Auftraggeber
- Höhere Reinigungsqualität durch weniger Personalfluktuation und Ausfälle
- Administrative Entlastungen und Kosteneinsparungen
- Mehr Auswahl bei der Vergabe der Reinigungsdienstleistung
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Vorteile für Mitarbeitende und Nutzende
Vorteile für Mitarbeitende und Nutzende
- Höhere Zufriedenheit der Nutzenden
- Positiver Einfluss auf das Verhalten der Nutzenden und pädagogischer Effekt in Schulen
- Gesteigerte Reinigungsqualität durch höhere Identifikation und Motivation der Reinigungskräfte
- Sofortige Beseitigung von Spontanverschmutzung
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Vorteile für Reinigungskräfte
Vorteile für Reinigungskräfte
- Stabile und mehr zusammenhängende Arbeitszeiten
- Mehr finanzielle Sicherheit
- Mehr Wertschätzung und bessere Integration am Einsatzort
- Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
- Höhere Arbeitsplatzsicherheit für Reinigungskräfte und gesundheitliche Vorteile
Hier finden Sie weitere Vorteile und Hintergründe.

Wir haben ein wirkliches Miteinander mit der Reinigungskraft. Sie gehört fest zum Team und zu unserem ganzen Betriebsklima dazu, bei uns im Bürogebäude und auch in den Schulen. Die Kinder in den Schulen akzeptieren die Reinigungskraft wie eine Lehrkraft.
Robert Grüning, Kommunale Immobilien Jena

Bei uns ging es vor allem um attraktive Arbeitszeitmodelle für die Reinigungskräfte. Daraus haben sich dann weitere Vorteile ergeben: Die hygienischen Standards bleiben über den Tag erhalten und Vandalismus wird weniger. Die Reinigungskräft erhält wirklich aus dem ganzen Gebäude Wertschätzung: von den Schüler*innen, Eltern und dem Kollegium […]. Ich nehme wahr, dass dadurch auch die Kosten sinken. Es gibt weniger Vandalismus durch die Nutzenden und andere Schließzeiten, wodurch ich weniger Energiekosten habe.
Pascal Schmitt, Landeshauptstadt Düsseldorf
Vorurteile abbauen
Zu einer gelingenden Kommunikation gehört auch, auf die Sorgen von Mitarbeitenden und Nutzenden einzugehen. Die tagesbegleitende Reinigung wird von einigen Befürchtungen und Vorurteilen begleitet, denen man mit der richtigen Aufklärung entgegenwirken kann. Die folgenden Argumente basieren auf Expert*innengesprächen, Literaturrecherche und Beispielen aus der Praxis.
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„Tagesreinigung stört die Nutzenden.“
Für viele Menschen ist die Reinigung während der Arbeitszeit zunächst ungewohnt. Sie haben Sorge, in Ihren Abläufen gestört zu werden. Umso wichtiger ist es, von Beginn an transparent zu machen, wie die Reinigung organisiert wird. Tagesreinigung funktioniert, wenn Räume sinnvoll kategorisiert und Reinigungszeiten darauf abgestimmt sind. So kann festgelegt werden, welche Räume während der Nutzung und welche Räume zu Randzeiten gereinigt werden. In der Praxis gibt es verschiedene Ansätze, die auf verschiedene Räume und Arbeitsabläufe abgestimmt sind. Entscheidend ist auch, dass die Reinigung nicht als Störung wahrgenommen wird, sondern als kurze Unterbrechung, die in den meisten Fällen problemlos mit einem Gang zur Kaffeemaschine, zum Drucker oder dem Austausch mit Teammitgliedern überbrückt werden kann.
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„Tagesreinigung ist nicht erforderlich, Reinigungsroboter können alles übernehmen.“
Reinigungsroboter sind eine Ergänzung der professionellen Arbeit der Reinigungskräfte. Aufgrund Datenschutzbestimmungen, eingeschränkter WLAN-Zugang, Sicherheits- und Brandschutzsysteme können sie nicht allein in Rand- oder Nachtzeiten reinigen. Reinigungskräfte müssen die Roboter zu ihrem Einsatz transportieren, ihre Funktionen überwachen und sicherstellen, dass sowohl die Technik als auch die Reinigungsergebnisse den Anforderungen entsprechen. Insofern wird der Einsatz von Robotern durch die Tagesreinigung unterstützt.
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„Durch Tagesreinigung entstehen Risiken für die Nutzenden.“
Verschiedene Praxisberichte entkräften die Sorge, dass die Reinigung während der Nutzungszeiten von Gebäuden zu vermehrten Gefahren führt, beispielsweise durch frisch gewischte Flure oder offen zugängliche Reinigungswagen. Moderne Reinigungsmaschinen hinterlassen nicht die nassen Fluren wie früher. Warnschilder werden sehr gut wahrgenommen und erfüllen zuverlässig ihre Schutzfunktion. Abschließbare Reinigungswagen schützen vor unbefugtem Zugriff. Weitere spezielle Regelungen oder Ansätze können Auftraggeber und Dienstleister fall- und gebäudespezifisch miteinander abstimmen.
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„Während der Nutzung kann keine Qualitätskontrolle erfolgen.“
Die Qualitätskontrolle der Reinigung kann auch während des Tagesgeschäfts wie gewohnt stattfinden. Zwar kann es vorkommen, dass im Laufe des Tages durch die Nutzung der Räume erneut Verschmutzungen auftreten. Entscheidend ist jedoch, dass sich Auftraggebende und Reinigungsunternehmen auf ein klar definiertes Reinigungsniveau einigen, das als Maßstab für die Qualität dient. Zusätzlich können die Nutzenden selbst eine wichtige Kontrollfunktion übernehmen, indem sie Auffälligkeiten direkt melden oder Hinweise geben. Auf diese Weise lässt sich trotz laufender Nutzung ein verlässliches Qualitätsmanagement sicherstellen.
Hier finden Sie mehr Informationen zum langfristigen Erfolg.

Es bestand zum Teil die Sorge, dass die Kinder die Reinigungsmittel trinken oder mit der Scheuersaugmaschine die Treppe herunterfahren. Da hilft dann Aufklärung darüber, dass Reinigungsmittel nicht unbeaufsichtigt bleiben. Ich habe die Sorgen ernst genommen und mir diverse Schulabläufe angeguckt, die von Schule für Schule komplett individuell sind. […] Dann habe ich die Gebäude nach Raumgruppen eingeteilt und ein entsprechendes Konzept aufgestellt, das bis heute ziemlich erfolgreich ist.
Pascal Schmitt, Landeshauptstadt Düsseldorf

Schritt 2: Gute Rahmenbedingungen schaffen
Reinigungszeiten und Raumgruppen definieren
Für die Umstellung auf Tagesreinigung ist es wichtig, für alle Bereiche klare Reinigungszeiten beziehungsweise Reinigungszeitfenster festzulegen. Dafür bietet sich eine Einteilung in Raumgruppen an, also das Zusammenfassen von Räumen mit ähnlicher Nutzung und Reinigungsanforderungen wie Büros, Sanitärbereiche, Besprechungsräume oder Verkehrsflächen. Auf Basis dieser Gruppen lässt sich klar definieren, wann welche Räume gereinigt werden können, wo besondere Abstimmungen notwendig sind und welche Bereiche sich für Tages- oder Randzeiten eignen. Dadurch entsteht eine transparente Struktur, die sowohl für die Leitung einer Organisation als auch für Reinigungskräfte gut handhabbar ist.
Bereiche, bei denen organisatorische Bedenken bestehen, können für die Tagesreinigung ausgeschlossen werden oder zunächst in einer Testphase begleitet und bei Bedarf wieder in andere Reinigungszeiten verlagert werden.
Nicht alle Bereiche müssen tagsüber gereinigt werden
Einige Bereiche können problemlos während des laufenden Betriebs gereinigt werden. Dazu zählen zum Beispiel Verkehrsflächen, selten belegte Räume, Büroräume, Teeküchen, Ruhe- oder Nebenräume. Andere Räume eignen sich dahingegen besser für die Reinigung in Randzeiten, etwa stark genutzte Besprechungsräume, Aufzüge oder Eingangsbereiche.
Einen beispielhaften Reinigungsplan mit verschiedenen Reinigungsfenstern finden Sie in der Broschüre „Gute Arbeit durch Tagesreinigung“ von ArbeitGestalten auf Seite 29.
Hier finden Sie gute Beispiele aus der Praxis.
Kostenplanung
Häufig wird angenommen, dass Tagesreinigung teurer sei als die Reinigung zu Rand- oder Nachtzeiten. Die reine Verlegung der Arbeitszeit verursacht jedoch keine Mehrkosten. Viele Reinigungsfirmen besitzen bereits Geräte, die den Anforderungen der Tagesreinigung entsprechen. Dazu ist die Bezahlung tarifgebunden und bereits klar geregelt.
Die Tagesreinigung kann mit einem höheren zeitlichen Aufwand verbunden sein, was im Umkehrschluss steigende Personalkosten bedeuten würde. Dies ist vor allem der Fall, wenn Reinigungskräfte während der Nutzungszeiten nicht alle Bereiche unmittelbar reinigen können. Mit einer sinnvoll gebildeten Organisation der Raumgruppen sowie weiteren organisatorischen Maßnahmen, wie beispielsweise die Bereitstellung von Wasserquellen auf jeder Etage, lässt sich dem Mehraufwand entgegensteuern.
Eine erweiterte Betrachtung der Kosten zeigt: Eine Umstellung auf Tagesreinigung kann sogar Kosten einsparen, zum Beispiel durch:
- weniger Vandalismus und Schäden: Durch die sichtbare Präsenz des Reinigungsteams sinken Instandhaltungskosten, Sonderreinigungen und Reklamationen.
- Einsparung von Verwaltungs- und Personalkosten: Durch die höhere Reinigungsqualität und die Sichtbarkeit der Reinigung müssen weniger Reklamationen bearbeitet werden.
- Werterhalt von Gebäuden: Die höhere Reinigungsqualität trägt langfristig zum Werterhalt der Gebäudesubstanz bei, da beispielsweise Böden oder Teppiche nicht so oft ausgetauscht werden müssen.
- geringere Nebenkosten: Licht, Strom und Heizung werden ohnehin tagsüber genutzt. Zusätzliche Betriebskosten für die Reinigung entfallen.
- keine Nachtzuschläge: Die Verlagerung von der Nacht- zur Tagesreinigung reduziert Lohnkosten, weil Zuschläge wegfallen.

In den Schulen, in denen wir Tagesreinigung machen, gibt es weniger Sonderreinigung und weniger Vandalismus, weil immer jemand da ist […]. Es gibt weniger Reklamationen, weil man den Menschen auch mal direkt ansprechen kann, wenn etwas nicht passt.
Sandra Carmanns, MARLING Gebäudeservice GmbH & Co
Fahrplan für die interne Kommunikation
Das Thema Tagesreinigung, seine Vorteile und die Auswirkungen für Nutzende kann gut im Rahmen eines Team-Meetings vorgestellt werden. Dort kann auf offene Fragen und Bedenken reagiert werden. Auch weitere verfügbare Kanäle sollten genutzt werden, zum Beispiel Intranet, Aushänge, Flyer oder Informationsveranstaltungen. In Schulen eignen sich auch Elternabende oder -briefe, Newsletter, Klassenversammlungen oder Schulkonferenzen.
In der Kommunikation sollte klar vermittelt werden:
- warum die Entscheidung getroffen wurde.
- welche Vorteile sich daraus für die Nutzenden ergeben und welche bestehenden Missstände beseitigt werden können.
- wie wertschätzende Kommunikation mit der Reinigungskraft und kooperatives Verhalten aussehen sollten.
- an wen man sich bei Fragen oder Anmerkungen wenden kann.
Je nach Verwaltungsstruktur kann es sinnvoll sein zu diesem Gespräch verschiedene Akteure miteinzubeziehen, die im Folgenden aufgelistet sind.
Zu Beginn:
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Gebäudemanagement / Liegenschaftsverwaltung
Gebäudemanagement / Liegenschaftsverwaltung
- Verantwortlich für Flächen, Raumplanung, Zugänglichkeiten und technische Voraussetzungen.
- Koordiniert Abläufe zwischen Reinigung, Nutzenden und Dienstleistern.
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Haushalts- und Finanzabteilung
Haushalts- und Finanzabteilung
- Prüft Wirtschaftlichkeit und Mittelfreigaben.
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Leitung der Nutzenden (zum Beispiel: Schulleitung)
Leitung der Nutzenden (zum Beispiel: Schulleitung)
- Kennt die Bedürfnisse der Nutzendengruppen und kann Anforderungen benennen.
- Kommuniziert das Thema in Gremien wie Schulkonferenzen und schafft Akzeptanz vor Ort.
- Kann im eigenen Verantwortungsbereich Konzepte einleiten, die unterstützend zur Verbesserung beitragen.
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Besondere Schlüsselpersonen (zum Beispiel: Hygienefachkraft, Sicherheitspersonal, Pförtner*in)
Besondere Schlüsselpersonen (zum Beispiel: Hygienefachkraft, Sicherheitspersonal, Pförtner*in)
- Haben besondere Orts-, Nutzungs- oder Prozesskenntnisse.
- Können bei Gebäuden mit erhöhten Hygieneanforderungen fachlich unterstützen.
Schritt 2:
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Vergabestelle
Vergabestelle
- Verantwortlich für rechtssichere Ausschreibungen und Vertragsgestaltungen.
- Stellt sicher, dass Leistungsbeschreibungen und Vergabekriterien Tagesreinigung korrekt abbilden.
Schritt 3:
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Nutzende
- Wann genau die Nutzenden einbezogen werden sollten, hängt vom jeweiligen Projekt und den internen Strukturen ab. Spätestens jedoch, wenn die Entscheidung getroffen ist, sollten auch die Nutzenden über Ziele, Vorgehen und Auswirkungen informiert werden, um Transparenz zu schaffen und Akzeptanz zu sichern.

Es hilft total, die Leitung von Anfang an zu überzeugen, also zum Beispiel die Schulleitung. Da frage ich dann gerne: Wenn es im ÖPNV oder Krankenhäusern funktioniert, wieso sollte es dann hier nicht auch funktionieren? Wenn die Gebäudeleitung überzeugt ist und euch unterstützt, ist die Einführung viel einfacher.
Pascal Schmitt, Landeshauptstadt Düsseldorf
Tagesreinigung – Wie funktioniert sie in öffentlichen Einrichtungen und wer muss eingebunden werden?
Um sich eine Umstellung auf Tagesreinigung vorstellen zu können, müssen die neuen Abläufe und ihre Vorteile verstanden werden. Für den reibungslosen Übergang ist eine offene, verständliche und frühzeitige Kommunikation mit allen Schlüsselpersonen wichtig. Am 19. März 2026 veranstaltete das BMAS zusammen mit den Sozialpartnern BIV und IG BAU den ersten digitalen Mittagstisch zum Thema „Tagesreinigung – Wie funktioniert sie in öffentlichen Einrichtungen und wer muss eingebunden werden?“. Pascal Schmitt von der Landeshauptstadt Düsseldorf, Robert Grüning von den Kommunalen Immobilien Jena und Sandra Carmanns von der MARLING Gebäudeservice GmbH & Co. KG gaben fachliche Impulse aus der Praxis und beantworteten Fragen der Teilnehmenden zur richtigen Vorbereitung für eine erfolgreiche Umstellung. Jana Tappeiner und Katharina Pollich von der Forschungseinrichtung intep stellten das dazugehörige Kapitel aus der Handlungshilfe für öffentliche Auftraggebende vor.
Die Aufzeichnung der Veranstaltung können Sie bald hier ansehen.
Mehr Informationen
- ArbeitGestalten (2021): Gute Arbeit durch Tagesreinigung – Erkenntnisse aus einem Berliner Modellprojekt.
- BIV (2023): Daytime Cleaning. Glänzende Aussichten – Warum sich Tagesreinigung lohnen kann.
- Gütegemeinschaft Gebäudereinigung e.V. (2020): Empfehlungen zur Ermittlung von Leistungszahlen in der Unterhaltsreinigung.